Ein EXKLUSIVES Interview mit einem Insider über die FETÖ (Terrororganisation von Fethullah Gülen).

Ein Gastbeitrag von Teyfik Oezcan

Ein Aussteiger aus der Terrororganisation FETÖ erzählt in unserem Interview über den selbsternannten Propheten Fethullah Gülen und seine gefährliche Sekte. Da er seit seiner Abkehr mehrmals durch die FETÖ bedroht wurde, haben wir seinen Namen geändert und nennen ihn Herrn Yilmaz, um ihn und seine Familie zu schützen.

MTO: Vielen Dank Herr Yilmaz, dass Sie uns Ihre Türen geöffnet und sich Zeit für uns genommen haben. Wie geht es Ihnen heute?

Yilmaz: Es ist sehr schwierig Ihnen diese Frage ehrlich zu beantworten. Mehrere Jahrzehnte habe ich meinen Beruf, meine Familie und meine Freunde vernachlässigt und habe mich den Strukturen (Pyramide) der Sekte untergeordnet. Heute habe ich mich zwar von ihr emanzipiert, habe aber dadurch viele Freunde verloren, die entweder im Gefängnis sitzen oder ins Ausland geflüchtet sind. Ich habe noch rechtzeitig erkannt, welche Gefahren von der Sekte ausgehen, konnte aber leider meine Freunde davon nicht mehr überzeugen.

MTO: Was hat Sie seinerzeit bewogen, sich dieser Sekte anzuschließen?

Yilmaz: Anfang der 80er Jahre wurden Videoaufnahmen von Fethullah Gülen vervielfältig und an die religionsinteressierten Bürger verteilt. Auf den Aufnahmen sah man Fethullah Gülen, wie er weinend vor seinen Jüngern die Predigten hielt. Auf den Aufnahmen war er immer nur alleine zu sehen. Auch hat mich zu dieser Zeit Seyh Nazim (Anführer Naksibendi Tarikati) stark beeindruckt, den ich auch persönlich kennenlernen durfte. Eigentlich wollte ich mich Seyh Nazim anschließen, aber die spirituellen Predigten von Fethullah Gülen, mein damaliges Umfeld und meine persönliche Begegnung mit Fethullah Gülen haben mich und viele meiner Freunde zu dieser Entscheidung kommen lassen.

MTO: Wann haben Sie erstmals Fethullah Gülen persönlich getroffen?

Yilmaz: Das war Mitte der 80er Jahre in Deutschland. Er kam nach Deutschland, um seine Organisation und die Zaman Zeitung europaweit aufzubauen. Die Zaman hatte damals bereits 1000 Abonnementen.

MTO: Wie haben Sie Ihn kennengelernt? Hatten Sie das Gefühl, dass er schon damals ein großer Blender war und eine große Mission erfüllen wollte?

Yilmaz: Natürlich, er hat immer eine perfide Taktik angewandt. Er, seine Redakteure und Kolumnisten haben sich immer verstellt und sogar unter Synonymen Artikel verfasst und Bücher geschrieben. Fethullah Gülen hat seine Schriften unter dem Namen M. Abdulfettah Sahin veröffentlich. Ich besitze einige Bücher unter diesem Synonym. Die anderen Journalisten nutzten auch Pseudonymen (Die Namen liegen uns vor).

MTO: Warum konnte Fethullah Gülen seine Jünger so stark manipulieren? Oder waren sie vielleicht sogar eingeweiht?

Yilmaz: Nein, eingeweiht waren wir nicht. Wir hatten damals eine Sehnsucht nach einem starken religiösen Führer, der unseren Kindern eine Zukunft gibt und unsere religiösen Werte wieder öffentlichkeitswirksam vertritt. Wir haben das in der Türkei der 80er Jahre gebraucht als Bollwerk gegen die Kommunisten und Atheisten.

Fethullah Gülen war ein sehr guter Schauspieler. Ich erinnere mich zugut, wie er vor dem Gebet immer seine türkischen Geldscheine aus der Hosentasche zog und sie beiseite tat, weil auf den Geldscheinen das Konterfei von Atatürk zu sehen war und er mit diesen Scheinen nicht beten wollte.

Er war ein Meister der Heuchelei. Wenn es der gemeinsamen Sache dienlich war, dürfte man sogar Alkohol trinken, um sich nicht zu erkennen zu geben.

MTO: Heißt das, dass alle einer Gehirnwäsche unterzogen wurden und ein schizophrenes Leben führten?

Yilmaz: Ja, jeder führte ein Doppelleben und wurde von Fethullah Gülen oder seinem nächsten Umfeld ferngesteuert. Das rationale Handeln wurde ersetzt durch eine emotionale Manipulation. Dadurch hat er damals Millionen, heute Milliarden von US Dollar für seine Mission eingenommen.

MTO: Wer hat Ihrer Meinung nach zur steilen Karriere von Fethullah Gülen maßgeblich beigetragen?

Yilmaz: Es ist kein Geheimnis, sein Vater war armenischer Abstammung und seine Mutter war Kabalaci – Jüdin. Sein Vater hasste die Türken aufgrund der Vorkommnisse im ersten Weltkrieg und hat daher seinen Sohn erzogen, Rache an den Türken zu nehmen. Er hatte viele Unterstützer erst im Inland und später auch aus dem Ausland.

Im Jahre 1966 unterhielt er enge Kontakte zu Vehbi Koc, Fuat Dogu (Chef des türkischen Geheimdienstes) und Kasim Gülek (Vors. CHP). Wie kann jemand, der die Grundschule mit viel Mühe abschloss, mit den Mächtigsten Personen in der Türkei enge Verbindungen pflegen? Es war offensichtlich, dass er protegiert wurde.

MTO: Hat er auch Schützenhilfe erhalten von den türkischen Präsidenten?

Yilmaz: Ja, natürlich. Demirel, Ciller, Özal oder auch von Yilmaz. Obwohl Fethullah Gülen polizeilich gesucht wurde, konnte er sich in der Türkei frei bewegen. Ferner bekam er auch Unterstützung von der CIA. Es war eine Win-Win Situation. Die gesamten Kosten wurden von den Anhängern von Gülen getragen. Sie mussten regelmäßig einen nicht unerheblichen Teil ihres Einkommens spenden. Als Brücke zur Finanzwelt haben sie Bank Asya genutzt.

MTO: Apropos Bank Asya. Warum haben die Anhänger von Gülen nach dem zivilen Putschversuch am 17. und 25. Dezember 2013 versucht die Bank Asya noch zu retten?

Yilmaz: Die Anhänger der untersten Ebene der Pyramide, also die einfachen Arbeiter und Angestellten, haben immer noch gutgläubig an die Unschuld von Gülen geglaubt.

MTO: Was glauben Sie war das Ziel des zivilen Putschversuches vom 17. Dezember 2013?

Yilmaz: Die FETÖ, die Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und hochrangige Militärangehörige umfasste, wollte am 17. Dezember 2013 mit der Eliminierung des damaligen türkischen Ministerpräsidenten Herrn Recep Tayyip Erdogan die Spaltung der Türkei in verschiedene Regionen vornehmen und selbst die politische, religiöse sowie militärische Herrschaft über die Türkei einnehmen. An jenem 17. Dezember 2013 saß ich vor dem Fernseher und es fiel mir wie Schuppen vor den Augen, dass wir Jahrzehnte lang auf diesen Tag vorbereitet wurden. Mein Schleier vor meinen Augen verschwand, ich legte die emotionale Bindung zu Gülen ab und versuchte mit rationalem Menschenverstand die Geschehnisse aufzuarbeiten. Die Hauptdrahtzieher des Putschversuches kamen alle aus dem Umfeld von Gülen. An diesem Tag löste ich mich von meinem Mentor Fethullah Gülen. Viele meiner Freunde konnten sich leider auch nach dem 17. Dez. 2013 nicht von FETÖ lösen.

MTO: Wie kann ein gläubiger Mensch den Tod von unschuldigen Menschen billigend in Kauf nehmen. Glauben Sie persönlich, ob Gülen jemals in Mekka und Medina war?

Yilmaz: In einem persönlichen Gespräch sagte er mir, dass er Anfang der sechziger Jahre die heiligen Stätten aufgesucht hätte. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen. Er ist eben ein großer Heuchler und Blender.

MTO: Wenn wir schon bei den heiligen Stätten sind, war er wirklich beim Papst und hat ihm die Hände geküsst?

Yilmaz: Es war mit einer Handvoll Begleiter im Vatikan und hat den Papst besucht. Einige seiner Begleiter haben dem Pontifex Maximus die Hand geküsst, er selbst aber nicht. Gülen hat sich trotzdem devot verhalten und ihm gesagt:“ Wir stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung.“ Gülen stand für sehr liberalen interreligiösen Dialog. Dafür hätte er auch die Werte des Islams pervertiert resp. geopfert.

MTO: Sie bezeichnen ihn als jemanden, der für seine Ziele auch die religiösen Werte geopfert hätte. Glauben Sie, dass nach dem Ableben von Gülen, jemand in der FETÖ seinen Platz ebenwürdig einnehmen kann.

Yilmaz: Nein. Es ist schon magisch, wie er Menschen faszinieren und binden kann. Und das trotz Krankheit. Einmal sagte er mir, dass er täglich bis zu 35 Tabletten einnehmen würde. Trotzdem hielt er regelmäßig seine Predigt und ging anschließend in den Nebenraum, verschloss die Türen und organisierte die politischen und wirtschaftlichen Themen, die auf der Agenda standen.

MTO: Wie sicher sind Sie, dass hinter dem Putschversuch am 15.07.2016 die FETÖ steckt?

Yilmaz: Zu 100% sicher. Die Protagonisten sind alte Bekannte bzw. alte Weggefährte.

MTO: Können Sie nachvollziehen, dass der BND (Deutscher Auslandsgeheimdienst) die FETÖ von jeglicher Beteiligung am Putschversuch vom 15.07.2016 freispricht?

Yilmaz: Nein, wenn es so wäre, warum sind in der Putschnacht viele Richter und Staatsanwälte wie z.B. Zekeria Öz und andere Personen, die sich in den obersten Führungsriege der FETÖ befinden, ins Ausland geflüchtet? Ziel war es, die Türkei in ein Chaos zu stürzen und anschließend wie bei Khomeini, Fethullah Gülen als Befreier zu inthronisieren. In Ankara wurden 150.000 Leichentücher beschlagnahmt, die für die Putschnacht angefertigt wurden. Die führenden Köpfe der Türkei sollten verhaftet und exekutiert werden. Viele dieser Putschisten haben auch eine unrühmliche Rolle gespielt beim Mord an Hrant Dink und an Muhsin Yazicioglu. Die Drahtzieher dieser Morde wurden von höchster Stelle (FETÖ) jahrelang gedeckt.

MTO: Gibt es innerhalb der FETÖ Personen, die es mittlerweile bereuen und nicht zurückkehren können in die Türkei?

Yilmaz: Es gibt Militärangehörige, die nach Deutschland geflüchtet sind und ihre Familien in der Türkei zurückgelassen haben. Die Kinder dieser Personen werden in der Schule von ihren Mitschülern als Vaterlandsverräter und Mörder tituliert. Die Militärangehörigen, die am Putschversuch beteiligt waren, hatten ein üppiges Einkommen und genossen in der Gesellschaft einen guten Ruf. Und heute, haben sie alles verloren.

MTO: Glauben Sie, dass Putschisten, die nicht fliehen konnten bei der Aufarbeitung des Putsches behilflich sein können?

Yilmaz: Es gibt das Bereuungs-Gesetz (Pismanlikyazasi), wo sie bei einer Kooperation mit den türkischen Behörden mit Hafterleichterung rechnen können. Viele Putschisten machen aktuell Gebrauch davon.

MTO: War Gülen verheiratet oder hat er Kinder?

Yilmaz: Nein. Er war homosexuell veranlagt. Einmal wurde er in Kirklareli in flagranti mit einem Servicemitarbeiter erwischt. Nachdem der Journalist Haydar Meric die Affäre publizieren wollte, hat die FETÖ ihn entführt, um ihn zum Schweigen zu bringen. Nach 18 Tagen wurde er gefesselt und ermordet wieder gefunden. Auch den Servicemitarbeiter hat man liquidiert, um alle Spuren zu verwischen. Da die ermittelnden Beamten auch Mitglieder der FETÖ waren, sind die Ermittlungen damals im Sande verlaufen und wurden eingestellt. Die erdrückenden Beweise liegen dem türkischen Staat heute vor.

Ferner hat die FETÖ im Jahre 2006 versucht den Rektor der Rotterdam Universität Herrn Professor Dr. Ahmet Akgündüz zu töten, der auch ein guter Bekannter von mir ist. Gülen ist immer, um seine Mission zu erreichen, über Leichen gegangen. Er hat z.B. auch die Said Nursi Bewegung für seine Zwecke missbraucht und die Spaltung der Bewegung initiiert. Heute werden in seinen Dialoghäusern (Sektenhäusern) nicht mehr die Bücher von Said Nursi gelesen, sondern nur noch seine eigenen Schriften. Er stand über allem.

Einmal sagte er:“ Falls unser Prophet Muhammed (SAV) auf die Erde kommen sollte, sagt ihm, er hat seine Arbeit getan und soll sich nicht mehr in unsere Angelegenheiten einmischen, wir sind jetzt die wahren Hüter der Religion in diesem Universum.“

MTO: Man sagt, er hätte sich zum Propheten ausgerufen. Stimmt das?

Yilmaz: Ja, durch sein konkludentes Handeln erzeugte er eine Aura des Unerreichbaren. Seine Jünger priesen ihn als Propheten an und er nahm das wohlwollend entgegen, ohne zu widersprechen.

MTO: Zum Abschluss möchte ich Sie folgendes Fragen: Glauben Sie, dass es noch viele FETÖ Anhänger in den Schlüsselpositionen in der Türkei gibt und ob sich ein erneuter Putschversuch in nächster Zukunft wiederholen könnte?

Yilmaz: Ja, sicherlich gibt es noch einige wenige FETÖ Anhänger, aber sie sind stark geschwächt und ich sehe momentan keine ernstzunehmende Gefahr. Um sich neutral zu verhalten und sich nicht zu outen, wurde von Seiten der FETÖ die Devise ausgegeben: „Kim yaptiysa Allah belasini versin.“ „Wer den Putsch organisiert hat, möge von Gott verdammt werden.“

MTO: Herr Yilmaz, wir danken Ihnen für das ausführliche Gespräch.

M. Teyfik Oezcan

 

Anm. d. Red: Kabalic – Jüdin, damit sind die Kabbalistischen Juden gemeint. Siehe hier: http://berlin.kabbalah.com

http://www.berliner-zeitung.de/die-kabbala-sekte-wirbt-mit-gluecksversprechen-und-will-doch-nur-geld–eine-aussteigerin-erzaehlt-bergs-juenger-16265154

http://www.kabbalah.info

Quelle: https://www.facebook.com/teyfik.oezcan/posts/1442393679153530

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